Drei Spielerinnen, ein Verein, zwei Nationaltrikots: 1. Hanauer THC glänzt beim 8-Nationen-Turnier in Cork

Vom 12. bis 18. Juli 2026 traf sich die europäische Hockey-Zukunft im irischen Cork: Beim traditionsreichen 8-Nationen-Turnier der weiblichen U16-Nationalmannschaften, das in der Mardyke Arena des University College Cork ausgetragen wurde, maßen sich acht der stärksten europäischen Nachwuchsnationen – Deutschland, die Niederlande, Irland, England, Schottland, Belgien, Spanien und Polen (U18). Für den 1. Hanauer THC wurde die Woche zu einem ganz besonderen Ereignis, denn gleich drei Spielerinnen des Vereins aus der Kurpark Arena liefen in Cork auf – allerdings nicht für dieselbe Mannschaft.

Drei Hanauerinnen, zwei Nationen

Für die deutsche U16-Nationalmannschaft war Valerie Pudlo nominiert, eine der talentiertesten Nachwuchsspielerinnen des DHB-Jahrgangs und bereits seit ihrem 14. Lebensjahr fester Bestandteil der Auswahlteams. Sie hatte bereits beim 8-Nationen-Turnier 2025 in Houten mit der deutschen U16 den Vizetitel geholt und ihre Entwicklung seither eindrucksvoll fortgesetzt.

Ihr gegenüber standen gleich zwei Vereinskolleginnen im Trikot Polens: Luisa Pudlo und Alina Mathes. Alina hatte sich ihre Nominierung für die polnische U18-Auswahl durch starke Leistungen bei der EuroHockey-5s-U16-Europameisterschaft in Alanya (Türkei) verdient, die sie kurz zuvor, vom 1. bis 4. Juli 2026, mit Polen gewonnen hatte. Direkt im Anschluss wurde sie für den Kader nominiert, der nach Cork reiste – gemeinsam mit ihrer Hanauer Vereinskameradin Luisa.

Das Auftaktduell: Deutschland gegen Polen

Der Turnierplan wollte es so, dass sich die drei Hanauerinnen gleich im ersten Gruppenspiel gegenüberstanden: Zum Auftakt der Vorrunde traf Deutschland in Pool B, der neben den beiden Kontrahenten aus Belgien und Schottland bestand, direkt auf Polen. Für Valerie auf deutscher sowie für Luisa und Alina auf polnischer Seite bedeutete das ein besonderes Wiedersehen: Drei Spielerinnen, die im Alltag gemeinsam auf demselben Kunstrasen in Wilhelmsbad trainieren, standen sich nun in Nationaltrikots als Gegnerinnen gegenüber.

Sportlich behielt die deutsche Auswahl die Oberhand: Das DHB-Team startete mit einem klaren Sieg gegen Polen in das Turnier und setzte damit früh ein Ausrufezeichen für den weiteren Turnierverlauf. Maßgeblichen Anteil daran hatte ausgerechnet Valerie: Sie erzielte gegen Polen zwei Tore und war damit direkt an entscheidender Stelle am deutschen Erfolg gegen ihre beiden Vereinskameradinnen beteiligt.

Turnierverlauf: Deutschland souverän zum Titel

Die deutsche U16 bestätigte den guten Start und war auch im weiteren Turnierverlauf die konstanteste und überzeugendste Mannschaft. Im Halbfinale setzte sich das DHB-Team gegen England durch – maßgeblich durch eine Vorlage von Valerie mitentschieden, die die zwischenzeitliche 2:0-Führung sicherte. Im Finale traf Deutschland auf die Niederlande und ließ nichts anbrennen: Mit einem klaren 3:0-Erfolg sicherte sich die deutsche Mannschaft den Turniersieg und damit den inoffiziellen Titel der stärksten U16-Nation Europas.

Für Polen verlief das Turnier deutlich schwieriger. Nach der Auftaktniederlage gegen Deutschland reichte es im weiteren Verlauf nicht, sich im oberen Tabellendrittel zu platzieren – am Ende belegte die polnische Mannschaft den achten und damit letzten Platz des Turniers. Für Luisa und Alina war die Teilnahme dennoch ein bedeutender Schritt: Beide sammelten wertvolle internationale Erfahrung auf höchstem Nachwuchsniveau.

Ein starker Sommer für den 1. Hanauer THC

Cork war jedoch nicht der einzige internationale Erfolg für den Nachwuchs des 1. Hanauer THC in diesem Sommer. Neben Alinas Gewinn der EuroHockey-5s-U16-Europameisterschaft in der Türkei, führte zeitgleich die ebenfalls für die WU16 in Hanau spielende Réka Mészáros die slowakische Nationalmannschaft als Kapitänin zur Bronzemedaille bei den EuroHockey 5s U16 Championship II Girls in Kutaisi (Georgien).

Dass der Verein aus dem Wilhelmsbader Kurpark gleich mehrere Spielerinnen in unterschiedlichen europäischen Nationalteams stellt, ist ein Beleg für die hohe Qualität der Nachwuchsarbeit des 1. Hanauer THC – ganz gleich, welches Nationaltrikot am Ende getragen wird. Für Valerie, Luisa und Alina war Cork dabei mehr als nur ein weiteres Turnier: Es war der Moment, in dem drei junge Frauen, die sonst gemeinsam für denselben Verein auf dem Platz stehen, sich für einen Tag als internationale Kontrahentinnen begegneten.